Der Adler erzählt; die Geschichte des Romanitk Hotels in Tirol!
Unübersehbar über dem Eingang des Hotel Schwarzer Adler in Innsbruck, hängt das historische Wirtsschild, welches mit dem Doppeladler an die ehemalige Österreich-Ungarische Monarchie erinnert.
Zu Beginn des sechzehnten Jahrhunderts befanden sich hier die Stallungen von Kaiser Maximilian. In der Umgebung wurde emsig Gewerbe betrieben, wie etwa die Zunft der Silberschmiede, die aus dem glänzenden Edelmetall kleine Kunstwerke schufen. Das naheliegende Schwaz mit der „Mutter aller Bergwerke“ sorgte für reichlich Silber und Kupfer.
Die mittelalterliche „Industriezone“ wandelte sich aber alsbald zu einem vornehmen Viertel bekannter Tiroler Adelsgeschlechter, deren Palais noch heute bestehen. Auch der „Schwarze Adler“ war ursprünglich ein Patrizierhaus.
Zu Beginn Wirtshaus und ab dem 17. Jahrhunderts als Gasthof geführt, erreichte der Schwarze Adler unter dem reformfreudigen Joseph II. seine größte Ausdehnung: Ein Teil des angrenzenden Kapuzinerklosters wurde nämlich dem Wirt verpachtet, der unter anderem den Speisesaal der Patres zum Schanklokal umfunktionierte. Ob sich dorthin manchmal auch ein durstiger Mönch verirrte, verschweigen die klösterlichen Annalen jedoch...
Große Aufregung erlebten die Mauern des „Adlers“ im Jahre 1719, als hier ein Teil europäischer Geschichte geschrieben wurde: Der heute noch schwelende Streit zwischen katholischen und protestantischen Iren führte die schlesische Prinzessin Clementina Sobieski nach Innsbruck. Sie wurde in der Nähe des Schwarzen Adlers festgehalten und an der Weiterreise zur Hochzeit nach Rom gehindert, wo sie mit dem irischen König James III. verehelicht werden sollte.
Die Befreier um Sir Charles Wogen nächtigten im Schwarzen Adler und starteten von hier ihre waghalsige Flucht. Beinahe wären die Kronjuwelen im Schwarzen Adler verblieben, wenn nicht ein Getreuer Wogans bei Schneesturm vom Brenner zurückgeritten wäre und die vergessenen Juwelen der damaligen Wirtin wieder entlockt hätte....
Auch in anderen Geschichtsbüchern stößt man immer wieder auf den Schwarzen Adler zu Innsbruck. Bekannt ist aus den Memoiren vom Jesuitenpater und berühmten Theologen Karl Rahner, daß er sich in der ebenerdigen Stube aufzuhalten pflegte, die ihm Sicht auf die Universitätsstraße gestattete. Denn dort konnte er beobachten, wenn seine Geliebte dem gemeinsamen Treffpunkt zusteuerte.
Im Buch „Der Meister des 7. Siegels“ wird berichtet, daß Alexander Colin zu jener Zeit Stammgast war. Der bekannte flämische Künstler war wesentlich an der Errichtung des Grabmals von Kaiser Maximilian beteiligt. Täglich mehrere Humpen Wein mußten ihn damals im Schwarzen Adler darüber hinwegtrösten, daß das geplante „größte Grabmahl Europas“ nach anfänglichem Elan ruhte. Der Gießer ließ ihn im Stich und er ahnte schon, daß er nicht in die Geschichte eingehen würde gleichgestellt mit Donatello, Bramante oder Michelangelo.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam der Schwarze Adler unter Franz Ultsch in die Familie. Der damals bürgerliche Gasthof war noch einige Zeit verpachtet, bis Mitte der 50-er Jahre Helmut Ultsch den Betrieb übernahm. Der gelernte Gastronom adaptierte und erweiterte den Betrieb zusammen mit seiner Frau Margarethe. Vor allem der Ruf der ausgezeichneten Küche über die Grenzen hinaus wurde in dieser Zeit begründet. Ab 1978 leitete für ca. 10 Jahre Sohn Werner die Küche. Nach Jahren der Wanderschaft in Deutschland und Österreich entwickelte er die „Neue Tiroler Küche“ in Innsbruck und die „Österreichische Naturküche“. Von vielen damals als Körndlpapst belächelt hielt seine naturbezogene, gesundheitsbewußte, jedoch auf Gourmetniveau angesiedelte Kochkunst Einzug in alle Küchen und lieferte einen großen Beitrag zur heutigen Kochweise.
Als weitere Anerkennung und Auszeichnung für hohe Qualität wurde der Betrieb damals in die exklusive Gemeinschaft der Romantikhotel Österreich aufgenommen.
Ende der 80-er Jahre folgte Harald Ultsch, einer von vier Kindern, - nunmehr in 4. Generation - nach. Als absolvierter Wirtschaftsstudent mit Auslandserfahrung, vor allem in der USA, setzte er seine Energie in die Erweiterung des Unternehmens, besonders in den Hotelbereich. In mehreren Baustufen zwischen 1985 und 2003 wurde aus dem Gasthof eines der führenden Hotels der Region.
Ehegattin Sonja setzte neue Akzente durch ihr Wissen und ihre Erfahrungen aus der Modebranche. Wie sich herausstellte, eine äußerst gelungene und erfolgreiche Kombination. Durch ihre sichere Hand bei der Innengestaltung und Dekoration von Restauranträumen und Gästezimmern schuf sie neue Dimensionen in der Hotellerie.
Eine glückliche Fügung ergab bei der Innengestaltung von Bädern und Wellnessbereich eine Kooperation mit dem Hause Swarovski. Der Firmensitz dieses Weltkonzerns befindet sich nur wenige Kilometer von Innsbruck entfernt. Gemeinsam wurden neue Möglichkeiten der Anwendung von Kristallen erforscht und realisiert.
Der Fortbestand des Unternehmens in der Familie Ultsch sollte auch in Zukunft gesichert sein, interessiert sich doch schon mancher der 3 Nachfolger für die Weiterführung, auch wenn sie noch einige Jahre dazu Zeit haben....
Ende des auslaufenden Jahrhunderts hat sich auch die Umgebung des Romantikhotel Tirol, dem Schwarzen Adler geändert. Auf dem Areal der ehemaligen Fennerkaserne hielt die Universität Einzug, ein Flaggschiff moderner Architektur. Mit ihr entwickelte sich buntes Treiben mit zahlreichen neuen Geschäften und Lokalen.
Im Juni 2006 öffnete das Institut Marinescu, ein Beauty- und Wellnesscenter, in unserem Romantikhotel seine Pforten. Dadurch wurde es zu dem Wellnesshotel in Innsbruck.
Heute, wenige Jahre vor dem 500. Geburtstag, präsentiert sich die ehemalige Herberge als Romantikhotel und Restaurant für höchste Ansprüche und das Gästebuch weiß von vielen bekannten Persönlichkeiten zu berichten, die sich an der Gastfreundschaft des Design Hotel Innsbruck, dem Schwarzen Adler erfreuen.